Hauskreise & Kleingruppen

Quelle: AMD-Berlin
Zwischen 8 und 12 Personen treffen sich regelmäßig, meist in Privatwohnungen, um gemeinsam zu lernen und zu leben, was Christsein bedeutet und wie man im Alltag mit seinen ganz unterschiedlichen Facetten (Familie, Beruf, usw.) als Christ/in leben kann.

Ablauf und Inhalte ihrer Treffen legen die Hauskreise selbst fest. In der Regel steht der Austausch über einen Bibeltext oder ein Thema des Glaubens im Zentrum, die Hauskreisteilnehmer sprechen darüber, welche eigenen Erfahrungen sie mit dem Text oder Thema verbinden und wie sich das auf ihr Leben und Glauben auswirkt. Gemeinsames Singen und Beten bilden oft ebenfalls feste Bestandteile im Hauskreis. Der kleine Rahmen ermöglicht Offenheit, zunehmendes Vertrauen und Echtheit. Zudem bieten Hauskreise Freiräume, persönliche Gaben zu entdecken und einzubringen. In aller Regel werden Hauskreise ehrenamtlich geleitet. Ihre Zusammensetzung ist sehr verschieden - generationsübergreifend oder altersspezifisch, junge Familie und Singles, Männer oder Frauen, über viele Jahre hin oder für eine begrenzte Zeit.

Kleingruppen können aus Menschen bestehen, die als Dienstgemeinschaft eine Aufgabe in der Gemeinde wahrnehmen (z. B. Jungscharleiter, Kirchenälteste, Besuchsdienstmitarbeitende, …) und dazu Impulse und Kraft aus dem Austausch über biblische Texte und Themen, dem gemeinsamen Beten und dem Anteilnehmen aneinander gewinnen. In den Vorbereitungstreffen spielen dann nicht nur Planung, Vorbereitung und Organisation eine Rolle, sondern auch diese geistlichen Aspekte. Kleingruppen können auch aus Menschen bestehen, die sich aufgrund einer ähnlichen lebensgeschichtlichen Situation zusammenfinden und sich über Lebens- und Glaubensthemen austauschen, evtl. gemeinsam beten und singen (z. B. Trauerkreis, Eltern in der Krabbelgruppe ...)

An manchen Orten entstehen neue Formen der Hauskreis- und Kleingruppenarbeit, z. B. als Weggemeinschaft oder Projekthauskreis nach einem Glaubenskurs.

Unterstützung durch die Missionarischen Dienste

  • Beratung von Gemeinden und Kirchenbezirken in Fragen der Hauskreis- und Kleingruppenarbeit
  • Regionale Fortbildungen für Hauskreise und Kleingruppen
  • Beratung bei der Initiierung von Formen neuer Kleingruppenarbeit (z. B. neue Kleingruppen nach Glaubenskursen, Weggemeinschaft ...)

Links zum Thema:

Bibel aktuell - Gesprächsimpulse für Hauskreise

Hauskreismagazin

Impulse für Hauskreisabende

Hauskreis-Reader der AMD Berlin

Bibelgespräch im Hauskreis - einmal anders

Quelle: pixabay.com / gemeinfrei

Als einen Paradiesgarten mit Granatäpfelbäumen bezeichnet Rabbi Mosche Kordovero die Heilige Schrift. Er meint damit einen Ort irdischer und überirdischer Wonne, womit er freilich hermeneutische Genüsse impliziert. Granatäpfel bricht man auf, entdeckt ihre saftigen Kerne, genießt ihre Süße und Bitternis. Die saftigen Kerne liegen nicht offen da. Die Mühe steht vor dem Genuss. Oder ist die Mühe schon ein Teil des Genusses? Ein Paradiesgarten ist zunächst einmal verschlossen. Um Zugänge zu finden schlagen die Rabbinen folgenden Weg vor, den sie „Pardes“ (Paradies) nennen.

Dieses Wort ist zugleich Abkürzung für vier Schritte zum Umgang mit einem Bibeltext:

1. Pschat: der einfache Sinn: Er ist die Antwort auf die Frage: Was steht da? Was ist geschehen? Wie ist es genau abgelaufen? Wer ist beteiligt? Welche Motive sind erkennbar?

2. Remes: der Wink, der angedeutete Sinn- er ist die Antwort auf die Frage: Wo bleibe ich hängen? Was weckt meine Aufmerksamkeit? Was ist mir unverständlich? Was will mir das sagen, was ich auf Anhieb nicht verstehe? Wo will ich weiterfragen? Welche Andeutungen macht der Text an dieser Stelle? Worauf weist er hin? Welche Bilder, Metaphern habe ich noch nicht entdeckt?

3. Drasch: Weisung, Midrasch, Instruktion, Interpretation, Lehre, Nachahmung der Alten - die Antwort auf die Frage: Was steht dahinter? Welcher Kontext spricht? In welche Gesamtwirklichkeit ist der Text eingebettet? Wie lässt er sich dogmatisch deuten? Was kann ich aus diesem Text lernen, welche Lebenserfahrung, Lebensweisheit vermittelt er mir? Es geht allerdings nicht primär um Moral, sondern um Lebenskunst, Lebenserfüllung, Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, Entdeckung der eigenen Begabungen.

4. Sod: geheimer Sinn, Prophetie - die Antwort auf die Frage: Was sagt der Text über Gott aus, über seine verborgenen Eigenschaften, über die Geheimnisse des Glaubens, über das, was hinter den Dingen liegt, über die transzendente, spirituelle Welt jenseits des Offensichtlichen?

In Israel sind es meist „zwei oder drei“, die sich miteinander auf den Weg machen. Die Freunde, welche so die Schrift betrachten, werden „Chaverim“ genannt. Wir kennen sie vom gleichnamigen Kanon „Shalom Chaverim“. Solche Freundschaften für das Bibellesen führen im Judentum zur Bildung von eingespielten kleinen Teams. Sie entwickeln eine Technik von Frage und Antwort, die dazu führt, dass Interesse geweckt und gesteigert wird. Der jeweils andere bemüht sich dabei auch, das bisher Gesagte in Frage zu stellen. Man nähert sich der Wahrheit, indem das Für und Wieder von verschiedensten Seiten betrachtet und ausgeleuchtet wird.

Das ist ein guter weg, um i Hauskreis oder in der Kleingruppe über einen Bibeltext miteinander auszutauschen?

Viele weitere Ideen zum Bibelgespräch im Hauskreis findet man in zwei Veröffentlichungen der letzten Jahre:

41 Methoden der Bibelarbeit

Missionarische Dienste in Württemberg

 
Abteilung Missionarische Dienste

Quelle: ekiba_amd

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